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  1. Badische Zeitung online vom 16. Juni 2016: Valérie Seiler gründet erstes Frauen-Sinfonieorchester im Dreiland: Artikel von Roswitha Frey und idem am 17. Juni 2016 in der gedruckten Ausgabe auf der supra-regionalen Seite «Kultur»:

Inhalt ( BERICHTE NACH DEM 1. KONZERT IN BASEL GANZ AM SCHLUSS)


  1. Badische Zeitung online vom 16. Juni 2016: Valérie Seiler gründet erstes Frauen-Sinfonieorchester im Dreiland: Artikel von Roswitha Frey und idem am 17. Juni 2016 in der gedruckten Ausgabe auf der supra-regionalen Seite «Kultur».


  1. Schweizer Radio SRF 1 Regionaljournal Basel-Baselland vom 30.6.2016, 17.30 Uhr: Zum ersten Mal ein Frauen-Symphonierochester in der Region Basel (gesprochener Beitrag siehe unter der Rubrik «Podcast»).


  1. Die Oberbadisch O-Kultur  Samstag, 9. Juli 2016, überregionale Ausgabe Kultur: «Warum ein reines Frauen-Symphonieorchester?»


  1. Journal l’Alsace  Vendredi, 22 juillet 2016, Edition Trois Frontières: «Les Elles Symphoniques en Suisse»


  1. Basler Zeitung Kultur  Dienstag, 30. August 2016: «Ein Konzert der Damenwahl»


  1. Badische Zeitung  Mitwoch, 31. August 2016: «Über die Zukunft entscheidet das Publikum»


  1. BiBo Donnerstag, 1. September 2016: «Das 1. Frauen-Symphonie-Orchester im Dreiland»


  1. Basellandschaftliche Zeitung Samstag, 3. September 2016: «Töne haben kein Geschlecht»


  1. Der Sonntag  Sonntag, 4. September 2016: «Das feminine Ensemble»


  1. Badische Zeitung  Mitwoch, 31. August 2016: «Über die Zukunft entscheidet das Publikum»


BERICHTE NACH DEM 1. KONZERT IN BASEL (ganz am Schluss)


  1. Journal L’Alsace Mardi, 6 septembre 2016: «Un public enthousiaste pour les Elles Symphoniques», édition Trois Frontières


  1. Badische Zeitung  Dienstag, 6. September 2016: «Der unbeschreibliche Auftritt von “Les Elles Symphoniques“»


  1. webjournal.ch Mittwoch, 7. September 2016: «Hintergrund zum Basler Auftritt von „Les Elles Symphoniques“»: http://webjournal.ch/article.php?article_id=1406


  1. Die Oberbadische  Dienstag, 6. September 2016: «Mit weiblicher Klangmacht»



BERICHTE ÜBER FOLGEKONZERTE (ganz am Schluss)


  1. Journal l’Alsace  Edition Thur et Doller Jeudi, 17 janvier 2017: «Une musique vaste avec Les Elles Symphoniques»


  1. Dernières Nouvelles d’Alsace  Edition Thur et Doller Vendredi, 27 janvier 2017: «Envol en musique»

Berichte NACH dem 1. Konzert

Artikel vom 07.09.2016 auf www.webjournal.ch: http://webjournal.ch/article.php?article_id=1406



Konzert

Stehende Ovationen in der Martinskirche


Hintergrund zum Basler Auftritt von «Les Elles Symphoniques»


Das erste Frauen-Symphonieorchester im Dreiland hat am ersten der beiden Konzerte in der Nordwestschweiz in Basel in der Martinskirche unter der Leitung von Valérie Seiler einen überzeugenden Einstand gegeben

Von Jürg-Peter Lienhard











Die fröhlichen Musikerinnen aus dem Dreiland - «Les Elles Sympohniques» vor dem Sevogel-Brunnen auf dem Martinskirchplatz von Basel. © foto@jplienhard.ch


Wenn man von einem Anlass oder von Künstlern begeistert ist, dann neigt man dazu dieser Begeisterung mit Superlativen Ausdruck zu geben. Ich verzichte darum darauf, um meine Glaubwürdigkeit nicht zu untergraben: Das erste Konzert in der Nordwestschweiz des «1. Frauen-Symphonieorchesters im Dreiland - Les Elles Symphoniques» in der Basler Martinskirche am 4. September 2016, war ein Erfolg. Sowohl musikalisch wie auch vom Publikumsaufmarsch. Für mehr hier klicken:










Wenngleich das Elftausendjungfern-Gässlein gleich danben liegt, entschloss ich mich für diese Aufnahme für das Archivgässlein, das nicht so düster ist, weil es nicht eine so enge Gasse ist. © foto@jplienhard.ch

Zwar bin ich Musikliebhaber, aber ich überlasse Musikkritiken den dafür berufenen Spezialisten, die sich müheloser in ihrem dem Metier eigenen Vokabular auszudrücken vermögen. Und manchmal auch das Gras wachsen hören… Für alle die nicht dabei waren: Sie haben wieder einmal völlig Unrecht, sollte dies aus Ignoranz geschehen sein! Für die anderen, die sonst gerne gekommen wären, sind aber auch die Hintergründe spannend, die nicht in der Musikkritik Platz haben.

Es ist in Basel eine altbekannte Tatsache, dass das verwöhnte Musikpublikum anfänglich sehr zurückhaltend ist, wenn es noch nicht von anderswo eine Meinung vernommen hat. So ist wohl zu erklären, dass die gut 800 Plätze in der Martinskirche mehrheitlich von badischen oder elsässischen Besuchern besetzt waren. Immerhin konnte ich feststellen, dass unter den Baslern sich ganz klandestin einige «Spione» eingeschlichen hatten (aber immerhin ein Billett bezahlten…), die wohl andernorts Bericht zu erstatten haben. Nun, da können wir uns fest darauf verlassen, dass die Berichte wie auch immer Erstaunen erregen dürften.










Das ist die Ostseite des Martinskirchplatzes mit diesen zwei schönen Linden, worunter sich die «Les Elles Sympathiques» posieren - äh «Les Elles Symphoniques»… Im Hintergrund übrigens das Haus von Felix Schweizer, ein grosser Elsass-Freund. © foto@jplienhard.ch


Am Vorabend des Konzertes habe ich als Mitverantwortlicher für die Administration die Vorverkaufszahlen im Internet mit einer gewissen Sorge betrachtet. Mit ticketino.com, die die online-Verwaltung sicherstellte, kam ich daher überein, dass wir keinen Computer und Drucker für die Abendkasse einrichten, zumal auch so eine Installation unsere Kapazitäten gefordert hätte. Auch, weil wir die Internet-Verbindung via Luft nicht einrichten hätten können und es keinen Kabelanschluss gab.

Dann passierte genau das, was ich schon mal beim ersten Konzert erlebte, das ich für Valérie Seiler und der «basel sinfonietta» für die Multimedia-Aufführung «Die Vergänglichkeit» organisierte: Das Publikum kam in unerwarteten Scharen, bildete vor der Kasse eine lange Schlange bis weit über den Martinskirchplatz und in die Martinsgasse hinein. Glücklicherweise regnete es nicht…











Das 1. Frauen-Symphonie-Orchester im Dreiland - Les Elles Sympohniques unter der Leitung von Valérie Seiler in der zum Konzertraum umgebauten Martinskirche, die nicht mehr für Gottesdienste benutzt wird.


Die mangels Computer von Hand einzutragenden Sitzplatz-Nummern und die Verwaltung des Sitzplanes dauerten trotz vorbereiteten (neutralen) Billettausdrucken 20 Minuten über die Zeit des angesetzten Beginns. Das aber hat zu keiner einzigen Reklamation, weder zu Schimpftiraden noch zu bösen Gesichtern geführt. Ein Bravo an dieses Publikum, das echt Dreiland like der Sache wegen kam und diese Verzögerung eben als Investition abschrieb und es ihm schliesslich belohnt wurde.

Viele fragten mich, wie ich als Mann mit diesem Orchester umgehen konnte. Erstens bin ich der Präsident des organisierenden Vereins RegioKultur Basiliensis und zweitens bei dieser Produktion das «Mädchen für alles»… In diesem Zusammenhang sind alle eingeladen, die für dieses Orchester etwas tun wollen, mir vor und bei der nächsten Aufführung am 30. Oktober 2016 in Liestal zur Hand zu gehen. Mein Einsatz ging an die Grenze meiner Leistungsfähigkeit: Camion-Chauffeur, Instrumente-Transport, Apero-Organisation, Fahrbewilligung Innenstadt, knifflige Zufahrt mit dem Camion durch die Altstadtgasse auf Burg, Billett-Ausgabe usw.











Der Konzertraum war ziemlich gut besetzt; die leeren Plätze in den Seitenschiffen gaben wir nicht in den Verkauf, da sie als schlechte Plätze nicht beliebt und nicht gefragt sind. © foto@jplienhard.ch


Dabei konnte ich mich allerdings auf die Hilfe von Personen aus Valéries Umfeld verlassen, zu denen ich unendliche Dankbarkeit empfinde. Sie haben ohne mein Zutun alles genau so gemacht, dass es keine Pannen gab: Estelle, Isabelle, Aude, Martine, Gilles, Jo, Jean-Paul, Jean, Oscar, und ebenso der Sigrist Ueli. Insbesondere die Damen haben besonderen Dank verdient, denn sie strichen die Morisettes für den Apéro nach dem Konzert, den wir den Orchester-Musikerinnen schuldeten, weil sie mit den Proben und der Aufführung alles zum Gelingen hergaben. Ich habe nach dem Konzert noch nie in meinem Leben innert so kurzer Zeit so viele Küsse gegeben - und erhalten. Nicht mal während meiner letzten Verliebtheit in dunkler Vergangenheit… Kunststück: 45 Frauen sassen im Orchester…

Übrigens bin ich erstaunt, wie viele Artikel im Vorfeld des ersten Konzertes in der Dreiland-Presse erschienen. Dabei sind auch jene mitgezählt, die nach der Pressekonferenz vom 6. Juni 2016 erschienen. Da glaubten wir noch, dass die Berichte nach der Pressekonferenz uns den Zugang zu Sponsoren erleichtere. Und das Publikum hatte natürlich die Artikel längst vergessen, als wir auf Reservierungen hofften. Die ausbleibenden Reaktionen zeigten uns bei der anschliessenden Nachfrage bei den angepeilten Sponsoren, dass die Anfragen derart zahlreich sind, dass sie uns bei gewissen Sponsoren nicht mal telefonisch, geschweige denn per e-Mail empfangen wollten. Die Ausnahmen können Sie allerdings im Programmheft oder auf der Internet-site www.les-elles-symphoniques.eu lesen.











Blick von der Kanzel über die ersten Reihen mit den geladenen Gästen zum Orchester. © foto@jplienhard.ch


Ganz besonders hilfreich war, dass die Regio Basiliensis das Patronat übernommen und erst noch den Versand unseres Flyers an ihre Mitglieder übernommen hat. Den Flyer per Post verschickt hat auch der von mir 1985 gegründete Verein Elsass-Freunde Basel, der nun vom alt Staatsschreiber Dr. Robert Heuss geleitet wird. Er wohnte dem Konzert übrigens persönlich bei, was mich besonders und ausserordentlich gefreut hat. Auch metrobasel schickte per e-Mail die Einladung an ihre Mitglieder. Migros und Coop spendeten einen Betrag, den sie aber aus Bescheidenheit nicht genannt sehen wollen und auch auf das Logo auf unserer site verzichteten sie. Der elsässische Supermarkt in Sierentz half uns in letzter Minute aus der Patsche, als die grossen Instrumente aus anderen Quellen geholt werden mussten und es daher auch ein grösseres Fahrzeug erforderte.

Apropos Pressearbeit: Die grossen Tageszeitungen im Dreiland u.a. Journal L’Alsace, Badische Zeitung, Oberbadische Zeitung, Der Sonntag, Basellandschaftliche Zeitung, Birsigtal-Bote BiBo und Basler Zeitung erinnerten kurz vor dem Konzert an die Veranstaltung, was sicher auch zum Erfolg beigetragen hat.











Der Auftritt der beiden Solistinnen Laura Binggeli, Mezzo (links) und Flurina Stucki (rechts) während des Blumenduetts von Léo Delibes. ©foto@jplienhard.ch


Wenngleich die Presse stets immer den «feministischen» Aspekt durch die tatsächliche Benachteiligung der Frauen sowohl bei der Rekrutierung von Frauen für Orchesterstellen wie auch am Dirigentenpult unterstrich, nahm das Orchester «Les Elles Symphoniques» nie eine «Opfer-Haltung» in Anspruch. Hingegen war ihr antreibendstes Motiv, dass sie einfach Spass am gemeinsamen Musizieren suchten. Ich habe diese Stimmung von Anfang an erlebt und zuschauen und zuhören können, wie sie sich von Mal zu Mal, von Probe zu Proben-Fortschritt bis zur Hochstimmung am Konzert entwickelte. Das war mein Erlebnis, das mich für so viele Nächte Arbeit an der Internet-site, für Korrespondenzen, für abgewetzte Schuhsolen, für Handy-Kosten und für das lange Feilen an den vielen Texten für die Medien dankbar entschädigte: Es gibt keine grössere Befriedigung als ein Projekt als rundum gelungen und für alle Teilnehmer als hoch befriedigt verlaufen betrachten zu können.











Die Sängerinnen ergänzten sich wunderbar, kennen sie sich doch schon seit langer Studienzeit. © foto@jplienhard.ch


Eine Darstellung in einem hier nicht näher bezeichneten Medium stiess mir jedoch leicht sauer auf: Von «Ghettoiesierung» war darin die Rede. «Ghetto»? Ich habe mich sehr mit jüdischer Geschichte beschäftigt und war sogar Freiwilliger in Israel, weswegen ich vom Ghetto weiss, dass darin ebenso viel musiziert und gedichtet wurde, wie sonst nirgends, ja dass die Ghetto-Bewohner auch Spass hatten und sich ganz wohl untereinander fühlten. Dieses schiefe Bild in Zusammenhang mit dem Frauen-Symphonieorchester Les Elles Symphoniques zu bringen, gelang mir beim besten Willen nicht. Hingegen erlebte ich, dass sich alle Frauen in diesem Orchester so frei fühlten, wie sonst in keiner Formation.

Und ich begriff, warum Valérie Seiler vor einem reinen Frauen-Orchester von der ersten Sekunde an nicht an ihr Frausein erinnert wird - weil alle vor ihr Frauen sind, die sie mit den Augen der Frauen sehen… Und betreffend der Frage nach den «Zicken», die ich nicht nur von Männern hörte: Die «Zicken» erlebte ich eher in den Kreisen, die sich für «Frauenförderung» und «Gleichstellung» betätigen oder selber Dirigentinnen (von gemischten Orchestern) sind. Besonders zickig empfand ich jene, die nicht mal auf meine Mails antworteten oder auch nicht ihr Versprechen einhielten, sich für uns einzusetzen, obwohl sie angeblich «immer für neue Dinge interessiert» seien…











Die Flötistin Miriam Terragni brillierte grossartig im Stück von Germaine Tailleferre, «Concertino pour flûte». © foto@jplienhard.ch


Jetzt wartet aber eine noch viel grössere Arbeit auf uns - nämlich das zweite Konzert in Liestal, am Sonntag, 30. Oktober 2016, 17 Uhr, in der Stadtkirche von Liestal. Ich habe deswegen den Kulturpreisträger von Riehen und Mitgründer von «basel sinfonietta», Ruedi Linder, konsultiert, der seine Erfahrungen mit Liestal machte, wo er öfters alle Beizen und Geschäfte mit Konzert-Plakaten für «basel sinfonietta» tapeziert hatte: Also wartet dort eine grosse Arbeit auf uns, die unsere ganzen körperlichen Kräfte fordern wird. Darum sei an dieser Stelle hier jedermann aufgerufen, damit man uns für die Arbeit in Liestal Kräfte zur Verfügung stellt. Will heissen, Leute, die bereit sind, mal einen oder gar zwei Abende die Liestaler Region bis Sissach hinauf zu plakatieren.

Von Jürg-Peter Lienhard